Themen für Abschlussarbeiten
Bachelor- und Masterarbeitsthemen
Das Institut für Forst- und Umweltpolitik bietet Ihnen in seinen Arbeitsbereichen ein breites Spektrum an Themen an, um Ihre Abschlussarbeiten zu verfassen. Bitte beachten Sie auch die Angebote der Arbeitsgebiete Environmental Governance und Wald- und Forstgeschichte.
Im Bereich Wald- und Ressourcenpolitik erwarten wir von Ihnen ein überdurchschnittliches Interesse an politischen und sozialen Fragestellungen.
Die Anleitung Ihrer Arbeit wird federführend von einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin aus unserem Team übernommen. Außerdem geben wir Ihnen die Möglichkeit, Ihre Arbeit im Rahmen unseres Institutskolloquiums vorzustellen und Rückmeldung von verschiedenen Wissenschaftlern sowie ggf. Partnern aus der Praxis zu erhalten.
Die Mitarbeiter des Instituts für Forst- und Umweltpolitik sind auch grundsätzlich offen für eigene Themenvorschläge. Nähere Informationen dazu geben Prof. Dr. Karl-Reinhard Volz, Prof. Dr. Ulrich Schraml (ulrich.schraml@ifp.uni-freiburg.de) und Dr. Georg Winkel (georg.winkel@ifp.uni-freiburg.de).
Bitte sprechen Sie Ihre Themenwünsche frühzeitig mit uns ab. Um eine intensive Betreuung der einzelnen Arbeiten gewährleisten zu können, kann nur eine begrenzte Anzahl von Themen vergeben werden.
Themenbereich Wald- und Naturschutzpolitik
Die Politik mit der Holznot
MSc-Abschlussarbeit
Hintergrund:
Forst- und holzwirtschaftliche Branchenverbände ebenso wie (z.B.) das Bundeslandwirtschaftsministerium argumentieren in der Waldpolitik seit einigen Jahren mit Szenarien einer drohenden Versorgungslücke an Holz für die heimische Holzwirtschaft und bezogen auf den heimischen Holzmarkt und machen dieses Szenario zur Grundlage für die Forderung nach höheren Holzeinschlägen bzw. einer vermehrten „Holzmobilisierung“ auch im Privatwald. Diese „Politik mit der Holzlücke“ findet eine interessante Entsprechung in den Befürchtungen einer Holznot (bzw. einer darauf aufbauenden Politik mit der Holznot, die letztlich in der Begründung einer ressourcennachhaltigen Forstwirtschaft mündete) im ausgehenden 18. Jhdt.
Zielsetzung:
Diese MSc-Arbeit verfolgt das Ziel, den „Holznot-Diskurs“ Ende des 18. Jahrhunderts mit dem heutigen „Holzlücke-Diskurs“ zu vergleichen. Hierbei geht es um folgende Forschungsfragen:
- Welches Problemszenario einer „Holznot/Holzversorgungslücke“ wird in beiden Diskursen gezeichnet, und welche politischen Forderungen verbinden sich mit den Szenarien? Welche Maßnahmen wurden gefordert, um der drohenden Versorgungslücke entgegenzutreten?
- Mit welchen Argumenten werden die Szenarien von Versorgungsengpässen unterlegt?
- Welche Akteure unterstützten den Holznot-Diskurs, welche widersprechen ihm – bzw gibt es einen Gegendiskurs?
Methodisch stützt sich diese Arbeit im Wesentlichen auf eine Diskursanalyse von aktuellen und historischen Texten, wobei ein Rekonstruktion der Diskurse und ein Vergleich derselben angestrebt werden. Einzelne Interviews mit Experten runden die Empirie der Arbeit ab.
Ansprechpartner: Dr. Georg Winkel, georg.winkel@ifp.uni-freiburg.de (diese Arbeit wird in Kooperation mit Prof. Uwe E. Schmidt, Arbeitsbereich Wald- und Forstgeschichte, vergeben)
Grüne Waldpolitik im Westen – Vergleich der Konzepte und Herausforderungen
MSc-/BSc-Abschlussarbeit
Hintergrund:
Als Ergebnis der Landtagswahlen im Laufe des letzten Jahres sind nun in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und dem Saarland Minister bzw. Ministerinnen der Partei „Die Grünen“ für die Waldpolitik der jeweiligen Länder verantwortlich. Hiermit verbindet sich von Seiten der Umwelt- und Naturschutzverbände die Hoffnung auf eine „Ökologisierung“ der Waldpolitik; während die Forst- und Holzwirtschaft oftmals eher gemischten Erwartungen an grüne Landesregierungen hat und insbesondere die Ausweisung neuer und strikterer Schutzgebiete fürchtet. Zur gleichen Zeit sind auch innerhalb des „Projektes“ einer Ökologisierung der Waldpolitik Zielkonflikte erkennbar, wenn es z.B. um den Flächenschutz auf der einen Seite und um eine verstärkte energetische Holznutzung auf der anderen Seite gehen soll.
Ziel und Methode:
Diese Arbeit untersucht die Frage, ob und wie sich die Waldpolitik unter grünen Wald- und Umweltministerien gewandelt hat bzw. in naher Zukunft ändern soll gegenüber den nicht-grünen Vorgängerregierungen. Hierbei soll beispielsweise gefragt werden,
- inwiefern sich die Ziele der Waldpolitik generell geändert haben
- inwiefern sich die forst- und naturschutzpolitischen Instrumente geändert haben
- inwiefern sich der Politikprozess – also die Frage, wie Waldpolitik gemacht wird – verändert haben und
- ob gemeinsame „Linien“ einer grünen Waldpolitik erkennbar sind, oder doch landesspezifische Besonderheiten überwiegen
Methodisch müssen in einem ersten Schritt Koalitionsvereinbarungen analysiert und mit denen von Vorgängerregierungen verglichen werden. Dann werden ergänzend Interviews mit fachpolitisch engagierten Akteuren (Ministerialverwaltung, Waldbesitzerverbände, Naturschutzverbände) geführt. Der exakte Umfang der empirischen Datenerhebung richtet sich nach dem Umfang der Bearbeitung (BSc/MSc) bzw. der Zahl der ausgewählten Länder.
Ansprechpartner: Dr. Georg Winkel, georg.winkel@ifp.uni-freiburg.de
Der fachliche Diskurs um den „klimagerechten Wald“
MSc-Abschlussarbeit
Hintergrund:
Bereits seit längerem wird in der deutschen (wie internationalen) Waldpolitik die Klimawirkung (in der Regel Kohlenstoffsenken- und Speicherwirkung) unterschiedlicher Waldnutzungs- und Schutzstrategien kontrovers diskutiert. Während dabei einerseits die besondere Senkenwirkung ungenutzter Wälder betont wird, stellen anderen den „Klimaschutzeffekt“ genutzter Wälder unter Einbezug der Substitutions- und Produktspeicherwirkung heraus.
Ziel und Methode:
Zielsetzung dieser Arbeit ist es, den Stand der fachlichen Diskussion um die „Klimawirksamkeit“ von Schutz- und Nutzungsstrategien im deutschen Wald aufzuarbeiten und mit dem internationalen Forschungsdiskurs zu vergleichen. Dabei soll es darum gehen, zu verstehen,
- mit welchen Ansätzen die Kohlenstoffeffekte von Schutz- und Nutzungskonzepten ermittelt werden,
- welche wesentlichen Aussagen, Konsens- und Dissenspunkte sich aus dem Stand der Forschung ergeben,
- zu welchen Prognosen und Managementempfehlungen die Autoren kommen,
- welche Problemstellungen einbezogen und welche ausgeklammert werden und
- wie Unsicherheiten und Unklarheiten in den Arbeiten dargestellt wird.
Methodisch wird somit ein Literaturreview durchgeführt – ergänzend werden einzelne Interviews mit wissenschaftlichen Experten durchgeführt. Sehr gute Englischkenntnisse und die Fähigkeit zur Analyse von englischsprachigen Fachtexten sind Vorraussetzung für diese Arbeit.
Kooperationspartner:
Diese Arbeit wird in Kooperation mit dem NABU-Bundesverband vergeben, der an den Ergebnissen der Arbeit großes Interesse hat.
Ansprechpartner: Dr. Georg Winkel, georg.winkel@ifp.uni-freiburg.de
"Umweltverbände in der Wahrnehmung forst- und holzwirtschaftlicher Akteure -eine SWOT Analyse"
Hintergrund:
Umweltverbände und die Akteure der deutschen Forst- und Holzwirtschaft stehen in einem ambivalenten Verhältnis zueinander: Einerseits verfolgt man in der waldpolitischen Arena oft unterschiedliche Interessen und Ideen, andererseits gibt es jedoch auch Beispiele für erfolgreiche Kooperationen bzw. haben Umweltverbände auch bei Forstleuten und Waldbesitzern Mitglieder und Unterstützer.
Zielsetzung und Methode:
In diese Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, welches Bild von der Arbeit der Umweltverbände bei forst- und holzwirtschaftlichen Akteuren besteht. Wie werden Umweltverbände und ihre politische Arbeit eingeschätzt? Lassen sich aus der Vergangenheit und der Gegenwart bestimmte Trends ausmachen? Wo werden Konflikte, wo Ansatzpunkte für Kooperationen ausgemacht? Die Beantwortung dieser Fragen mündet in eine SWOT-Analyse, indem zunächst Stärken und Schwächen, die sich aus der Bestandsaufnahme für die Umweltverbände im Umgang mit der Forst- und Holuwirtschaft ergeben, beschrieben werden. Anschließend sollen dann sich daraus ergebende Chancen und Risiken für die waldpolitische Arbeit der Verbände analysiert und dargestellt werden.
Methodisch liegt der Schwerpunkt in dieser Arbeit auf qualitativen Interviews mit Akteuren der Forst- und Holzwirtschaft.
Kooperationspartner:
Diese Abschlussarbeit wird auf Initiative des NABU-Bundesverbands vergeben und von diesem unterstützt.
Ansprechpartner:
Dr. Georg Winkel, georg.winkel@ifp.uni-freiburg.de
"Waldpolitik durch Strategien – ein „Strategischer Wandel“ in der deutschen Waldpollitik?
Hintergrund:
Einer Initiative des globalen Waldialogs folgend, hat Deutschland in den Jahren 1999 bis 2005 ein „Nationales Waldprogramm (NWP)“ initiiert und durchgeführt. Dieser Prozess folgte der Idee, in einem breit angelegten und konsensorientierten Stakeholderdialog Ziele für den Wald auf nationaler und sub-nationaler Ebene zu formulieren und Maßnahmen zu deren Umsetzung vorzuschlagen. Der durch die Bundesregierung moderierte Diskussionsprozess geriet jedoch ins Stocken und wurde schließlich de facto aufgegeben. Waldpolitik wird auf Bundesebene stattdessen in den letzten Jahren verstärkt über so genannte „Strategien“ betrieben. So hat die Bundesregierung 2008 eine Biodiversitätsstrategie verabschiedet, und derzeit arbeitet man an der „Waldstrategie 2020“. Dieser Politikwechsel wirft Fragen auf, mit denen sich diese Masterarbeit beschäftigen soll.
Zielsetzung und Methode:
Die MSc-Arbeit verfolgt das Ziel, die Gründe für den Wechsel des Politikmodus zu verstehen. Es soll gefragt werden,
- warum der Ansatz der Nationalen Waldprogramme aufgegeben wurde
- warum Nationale Biodiversitätsstrategie und Gesamtwaldstrategie initiiert wurden und durch wen
- wie sich Nationale Biodiversitäts- und Waldstrategie 2020 als ein neuer Ansatz der waldpolitischen Steuerung beschreiben lassen
- welche Erwartungen die Akteure mit diesen Strategien – im Unterschied zum Nationalen Waldprogramm – verbinden
- welche Chancen vor dem Hintergrund der angestellten Analyse für die „Utopie“ einer umfassenden, allen Interessen gerecht werdende Waldpolitik bestehen.
Methodisch stützt sich diese Arbeit auf eine Literatur-/Dokumentenauswertung und qualitative Interviews mit Akteuren der deutschen Waldpolitik.
Ansprechpartner:
Dr. Georg Winkel, georg.winkel@ifp.uni-freiburg.de
"Payments for Ecosystem Services: Selling off or valuation of nature?"
Background:
Payments for Ecosystem Services (PES) are frequently discussed as an economic tool to make users of biodiversity actually pay for the services they receive (e.g., carbon sequestration, fresh water, pristine environments). However, the political discourse on PES shows manifold faces: On the one hand, PES are considered as one of the most promising instruments to generate financing for protected areas and are already successfully implemented in some countries, e.g., Costa Rica. On the other hand, some stakeholders criticise the concept of PES. For instance indigenous peoples’ organizations argue that nature should not be judged from an economic point of view and are also afraid that the generated resources will not benefit the people who should actually safeguard the concerned environmental services. Moreover, there is a plethora of supporters and opponents of PES that became apparent at the preparatory meetings for COP9 of the Convention on Biological Diversity (CBD).
Goal and Method:
This thesis analyzes the discourses of the supporters and opponents of PES with the aim to generate proposals on how to reconcile these two perspectives. Discourse analysis; interviews to understand the underlying motivations of actors
Contact person:
Sabine Reinecke, Tel: 203-3717, Sabine.Reinecke@ifp.uni-freiburg.de
"The interactions between (sub-)national forest and nature conservation organizations and the European Union with regard to Natura 2000 (EU biodiversity) governance"
Background:
During the last years the impact of the European Union on national forest policy is increasing. On the other hand the European Union offers new strategic pathways for exercising influence for non-state actors on political processes. Often these developments are characterised as Europeanization, which is a well-known concept and is applied to many policy domains (e.g. environmental policy, economic policy). With regard to actors participating in the domain of forest policy this phenomenon however did not receive much attention, although it is often assumed to exist.
- Possible cases/unit of analysis: Germany and/or UK and EU
- Possible methods: Discourse analysis, expert interviews, qualitative policy analysis.
- Working language: German or English
Contact:
Lars Borrass, Tel.: 0761-203-3720, lars.borrass@ifp.uni-freiburg.del
"Procedures and Instruments applied for the management of (woodland) special areas of conservation (SACs, Habitats Directive areas)"
Background:
The Habitats Directive obliged Member States to designate areas (SACs) for species and habitats. Furthermore, it requires that the features for which the sites were designated should be maintained in a favourable conservation status by employing “necessary conservation measures”. It was left open to the Member States to decide on how and by which procedures and instruments they would guarantee a favourable conservation status of the designated sites. This led to a variety of solutions regarding procedures and instruments within and between the different states.
- Research focus/goal: review of Länder comparison, policy instruments and procedures; participation and organisation
- Possible cases/Units of analysis: Germany and/or UK; local/Länder/Country levels
- Possible methods: to be discussed; possibly comparison or evaluation
- Working language: German or English
Contact:
Lars Borrass, Tel.: 0761-203-3720, lars.borrass@ifp.uni-freiburg.de
"Local stakeholders’ (e.g., forest owners, forest managers, nature conservationists, local politicians, citizens) perception of and attitudes towards the EU as regards Natura 2000 and forests"
Background:
How do local stakeholders involved in a Natura 2000 area perceive of the European Union? Is there a relation between being affected by Natura 2000 and ones perception of the EU?
- Research goal/focus : How do local stakeholders involved in a Natura 2000 area perceive of the European Union? Does their perception differ from stakeholders outside of a Natura 2000 area?
- Cases/unit of analysis: relevant local stakeholders in selected regions in Germany
- Methods: questionnaires, interviews, quantitative analysis (SPSS-based analysis)
- Language: German
Contact: Lars Borrass, Tel.: 0761-203-3720,lars.borrass@ifp.uni-freiburg.de
"Financing Natura 2000 in the forests: UK and Germany"
Background:
The question of how Natura 2000 can be financed is an ongoing concern for the Member States and the success of the European ecologic network depends to a large extent on the development of suitable instruments. Member States are still struggling to develop financing mechanisms to ensure adequate protection and many different solutions have been found between and within the Member States.
- Research focus: What kinds of instruments do exist, how do they work and what could be possible innovative solutions?
- Unit of analysis: financial instruments for Natura 2000 in selected Länder and/or regions in Germany or comparison UK/Germany
- Methods: comparison, expert interviews, document analysis, policy evaluation method after Knoepfel et al. (2001)
- Language: German or English
Contact:
Lars Borrass, Tel.: 0761-203-3720, lars.borrass@ifp.uni-freiburg.de
"National level policy changes as regards the implementation of the EU Natura 2000 (biodiversity) policy as regards forests"
Background:
Following the progress in the European integration process the impact of the European Union politics and policy on national policy-making is increasing in last years. In the academic literature, this phenomenon is characterised as Europeanization. Consequently, this latter concept is gaining increasing scholarly attention, mainly in the domain of European and political studies. Accordingly, recent research has emerged to address interesting theoretical and empirical questions of Europeanization as regards diverse policy domains (e.g. environmental, economic, social policy). Yet, in the domain of forest biodiversity governance this phenomenon has received only little attention to date. What is more, there is the need for research into the interplay between Europeanization and policy changes to make a contribution to the state-of-the-art Europeanization and policy change literature.
- Research goals/focus: description and (comparative) analysis of changes in policy objectives and instruments and/or discourses and/or institutions and/or actor networks and/or formal and informal political resources and strategies and their interplay at national level following Europeanization impacts
- Possible case studies/countries: France and/or Germany and/or Spain and/or the Netherlands and/or UK (priority would be given to comparative analysis between Germany and UK or Germany and France or Germany and Spain)
- Methods: qualitative or quantitative content analysis, expert interviews, policy analysis based on policy change and/ or policy instruments theories
- Language: English and/or German and/or French and/or Spanish
Contact:
Dr. Metodi Sotirov, Tel.: 0761-203-3719, metodi.sotirov@ifp.uni-freiburg.de
Themenbereich Soziales
Thema "Die (Schwarz)Wald-Kliniken- Verbesserte Genesungschancen im Wald?"
Hintergrund:
Der Besuch von Wäldern gilt im allgemeinen Verständnis als gesund und erholsam. Ruhe, Naturerleben und gute Luft sind Motive, die auch in Befragungen von Waldbesuchern regelmäßig als Grund für den Waldbesuch angeben werden. Neben diesen selbst berichteten positiven Wirkungen des Aufenthaltes im Wald zeigen auch medizinische Untersuchungen, dass der Kontakt zur Natur z.B. als Therapie eingesetzt werden kann und Rehabilitationsmaßnahmen unterstützt. Selbst der Blick ins Grüne aus einem Krankenhauszimmer soll sich bereits positiv auf die Genesung von Patienten auswirken.
Ziel und Methode:
Am Beispiel von Freiburger Kliniken soll untersucht werden, welche Rolle die Lage eines Krankenhauses im oder in der Nähe von Wald bzw. von Grünflächen für die Genesung der Patienten bzw. deren Wohlbefinden hat. Es ist zu klären, ob die Nähe zu Wald ein Faktor für die Patienten ist, um eine bestimmte Klinik auszuwählen, ob Wald systematisch in Therapien einbezogen wird und inwieweit er die Rehabilitation fördert.
Die Untersuchung basiert auf der Auswertung von Literatur und eigenen empirischen Untersuchungen. Es sollen Experteninterviews mit Vertretern der Krankenhäuser sowie eine schriftliche Befragung von Patienten durchgeführt werden.
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Ulrich Schraml, Tel: 203 -3721, ulrich.schraml@ifp.uni-freiburg.de
Thema: "Wald als Rückzugsraum für soziale Randgruppen"
Hintergrund:
Die Diskussion um eine neue Unterschicht in Deutschland macht deutlich, dass nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen die Möglichkeit haben, das vorhandene Kultur-, Freizeit- oder Konsumangebot zu nutzen. Aus verschiedenen Gründen ist ein wachsender Anteil der Gesellschaft von wichtiger Infrastruktur ausgeschlossen. Kostenlos nutzbare und frei zugängliche Angebote und Räume rücken vor diesem Hintergrund in die öffentliche Aufmerksamkeit. Wald ist ein solcher Raum, den prinzipiell jeder und jede für diese Zwecke nutzen kann, ohne mit Kosten belastet zu werden.
Ziel und Methode:
Am Beispiel des Freiburger Stadtwaldes soll analysiert werden, welche sozialen Randgruppen Wald als Aufenthaltsraum nutzen. Die Ansprüche dieser Gruppen und deren Nutzungsverhalten sollen abgeschätzt werden. Es ist zu erheben, ob sie dies tun, weil ihnen Alternativen in der Stadt fehlen oder der Wald bevorzugt genutzt wird. Ergebnis der Untersuchungen ist eine Karte des Freiburger Stadtwaldes, in der die Nutzung durch verschiedene soziale Randgruppen dargestellt wird. Die Arbeit stützt sich auf einen Methodenmix, in dem Experteninterviews, teilnehmende Beobachtung und Gespräche mit den betroffenen Gruppen die wichtigsten Elemente sind.
Ansprechpartner
Prof. Dr. Ulrich Schraml, Tel: 203-3721, ulrich.schraml@ifp.uni-freiburg.de
Strategische Nachhaltigkeit und Erholung
Problemstellung und Ziel:
Nachhaltigkeit ist zu einem zentralen Begriff der strategischen Planung geworden, auf nationaler wie auch regionaler Ebene. Länder wie Baden-Württemberg haben in letzter Zeit Leitlinien für eine Nachhaltige Entwicklung entworfen, die verschiedene Bereiche umfassen, wie z.B. auch die Forstverwaltung. In diesem Kontext wurden durch Forst BW Indikatoren entwickelt, die zur Evaluation bzw. Gewährleistung der Nachhaltigkeit im Forstbetrieb dienen sollen. Dabei sind ökologische, ökonomische und soziale Aspekte berücksichtigt. Unter dem Stichwort „Erholung“ ist entsprechend auch ein Indikator gelistet, der die Nachhaltigkeit des Forstbetriebes zu prüfen helfen soll. Dieser besteht aus der Zahl der aktuell für „Erholung“ im Jahr aufgewendeten Mitteln: bezogen auf die gesamte Staatswaldfläche sind es 4,5 Millionen Euros. Der Forstbetrieb wird demnach als im Hinblick auf „Erholung“ nachhaltig agierend geschätzt, wenn er in Zukunft genauso viel oder mehr für „Erholung“ aufwendet.
In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, wie die Mittel genau verwendet werden, die als „Aufwendungen für die Erholung“ angegeben werden. Die Arbeit kann auch den Schwerpunkt auf ein anderes Bundesland legen, bzw. mehrere Bundesländer vergleichen.
Frage:
Wie werden Mittel aufgewendet, die die Nachhaltigkeit des Waldes im Hinblick auf ihre Erfüllung der sozialen Funktion „Erholung“ gewährleisten sollen? Was besagt die Mittelaufteilung (thematisch, regional) zu dem Verständnis von „Erholung“ und sozialen Funktionen des Waldes der Landesforstbehörde und zuständigen regionalen Forstbehörden und -Betriebe?
Ergänzend zu diesen Fragen können die Einstellungen im Forstbetrieb zu diesem Nachhaltigkeitsindikator untersucht werden: ist der Indikator ‚Erholung’ ein akzeptiertes Betriebs- (Nachhaltigkeits-) Ziel oder lästige Pflicht? Welche Entwicklungschancen, -Möglichkeiten oder auch Einschränkungen sehen die forstlichen Akteure?
Methoden:
Je nach dem, auf welche konkrete Fragestellung sich die Arbeit fokussiert, können verschiedene Methoden angewendet werden, wie Daten- und Literaturauswertung, Experteninterviews, quantitative Befragung.
Kooperation:
FVA Baden-Württemberg
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Ulrich Schraml, Tel: 203-3721, ulrich.schraml@ifp.uni-freiburg.de
